Frischgeklebte Granitstufen vom Betreten schützen.

Frischgeklebte Granitstufen vom Betreten schützen.

Eines der Gewerke die ich als Eigenleistung empfehlen würde – Betontreppe mit Granitstufen zu verkleiden. Das mündliche Angebot das ich bekommen habe war: „Die Kosten für einen Steinleger sind ungefähr gleich den Kosten des Materials“ (sprich fertigen Granitstufen). Für die Arbeit habe ich gerade weniger als 16 Stunden gebraucht, plus ca. 70€ fürs Granitkleber. Das Gewerk gehört anscheinend zu den Herausforderungen die „ein normaler Bauherr sich nicht traut“. Ich gehe natürlich davon aus, dass ich alles richtig gemacht habe und die Stufen dem Winter, Regen etc. standhalten werden 🙂

Jetzt alles nacheinander. Die Betontreppe die wir, Umständen entsprechend (ich meine die momentane Goldgräberstimmung in der Baubranche), relativ günstig gebaut haben wies deutliche geometrische Abweichungen an den Stufen auf:

  • die Rundungen an Stufenwänden – da war die Schalung nicht stabil genug.
  • die Stufenbreite variierte von den geforderten 27cm bis auf 29,5cm
  • unebene Oberfläche der Stufen.
Granitpodest für die Treppe

Granitpodest für die Treppe

Also haben wir uns entschieden die Treppe mit den Granitstufen zu verkleiden. Ich habe keine Stufen im Baumarkt gefunden (die waren alle schmaler als 120cm) und bestellte diese bei demselben Steinmetz  bei dem ich vor 2 Jahren schon eine Waschtischplatte kaufte. Wichtig war, dass ich ihn gebeten habe die Treppe selbst abzumessen, auch wenn es 150€ mehr kostete. Dabei ging es nicht nur um den Verantwortlichen für die Fehler die er später beim Schneiden gemacht hat, sondern auch um sein Wissen wie man mit den „krummen“ Treppen umgeht. Er hat mir beim Abmessen erklärt, dass die Betonstufen zwar uneben und ungleich sein können – die Granitstufen aber werden alle gleich geschnitten. Mit Kleber (oder Mörtel) korrigiert man die Unregelmäßigkeiten. Dabei muss man die richtige Tiefe der Granitstufen treffen. Klingt einfach, war mir aber irgendwie nicht klar.

Treppenstufen mit der Granitabdekung ausgleichen

Treppenstufen mit der Granitabdekung ausgleichen

Ansonsten kann man beim Bestellen wählen, ob man die Setzstufen braucht (bei uns, mit unseren abgerundeten Stufen, was es ein Muss), welche Kanten man haben will und ob Wassernase geschnitten werden soll.
Als Stein haben wir eine Art Granit „geflammt und gebürstet“ genommen. Meines Erachtens, das Wichtigste bei einer Außentreppe ist die Sicherheit. Die Stufen haben eine sehr rauhe Oberfläche die die Rutschsicherheit wesentlich erhöht. „Gebürstet“ bedeutet, dass die Mikrorauigkeit eliminiert ist.

Ein paar Punkte die einem Hobbyhandwerker vielleicht helfen können:

  1.   Als erster Schritt habe ich die Stufen und die Setzstufen auf die Treppe aufgelegt um die Abstände zu prüfen. Die die Treppenstufen unterschiedlich tief waren, musste ich an manchen stellen bis zu 3 cm Abstand vom Beton bis zur Setzstufe in Kauf nehmen.
  2. Die Betonoberfläche brauchte keine Vorbereitung, soviel ich weiß braucht man keine Abdichtung. Wenn Beton größere Unebenheiten aufweisen würde, sollte man diese zuerst verfüllen, damit das Wasser sich da nicht sammelt. Die Granitstufen lassen übrigens Wasser durch. Laut dem Bauforum müssen z.B. Granitfensterbänke von unten abgedichtet werden. Aber für eine Betonaussentreppe halte ich das für überflüßig.
  3.   Die Stufen klebt man (zumindest ich habe es so gemacht) von unten nach oben, eine Stufe, dann die Setzstufe, dann die nächste Stufe usw. Ansonsten kann man nicht so genau die Setzstufen platzieren.
  4.   Das Gewicht eines Podestes, wenn vorhanden, muss man gut Abschätzen. Meins habe ich eigentlich 2-teilig bestellt, aber in einem Stück bekommen, ich schätze über 100 kg schwer. Dazu musste ich eine Seite (zum Glück keine von den die man sieht) mit einem Winkelschleifer schneiden. Das drehen des Steines hat mir kein Spaß gemacht.