Nächste Ausgaben…

Meine Bank berechnete uns ca. 2,5% von der ursprünglichen Kreditsumme an Vorfälligkeitsentschädigung für unsere Finanzierung der verkauften Wohnung. Die Vorfälligkeitsentschädigung haben wir erwartet, aber die Höhe hat uns unangenehm überrascht. Immerhin, die Zinsbindung wäre nur in 3(von 10) Jahren schon vorbei und knapp 45% haben wir getilgt.

Interessant war das Gespräch mit dem Bankenangestellten: er behauptet die Vorfälligkeitsentschädigung sei berechtigt, weil „die Bank wirklich genau so viel Geld verliert“.

Nun ja, das liegt wohl an der Methode die zu der Schadenberechnung angewendet wird. Bei einer „Aktiv-Aktiv-Methode“ wird Schaden aus der Zinsdifferenz (Zinsverschlechterungsschaden) errechnet. Rechnen wir mal mit dem Formel (ich gehe davon aus dass das Geld sofort in eine Baufinanzierung angelegt wird):  <die Summe die übrig geblieben ist> * (<Zinsen p.a. die ich zahle> – <Zinsen p.a. die die Bank heute für Baufinanzierung  anbietet>). Das ergibt höchstens 0,4% p.a. von dem Restbetrag(!), aber nicht doch 2,5% von Anfangssumme! Nicht vergessen: die Bearbeitungsgebühr ist schon damals gezahlt worden.

Siehe dazu den Wikipedia Artikel Vorfälligkeitsentschädigung. Zitat aus dem Artikel: „In den meisten Fällen ist die Aktiv-Aktiv-Methode für den Kunden die günstigere Lösung – sie wird daher von den meisten Kreditinstituten nicht angewendet.“ Alles klar!

Dasselbe kann man bei einer Kapitallebensversicherung erleben: eine(r) zahlt 20.000€, und bekommt, bei einer vorzeitigen Kündigung nach 8 Jahre, nur 9.000-10.000€ zurück. Das eingezahlte Geld sollte sich doch verzinsen, oder …