Nov
01


Unsere Luftwärmepumpe ist seit 6 Monaten im Betrieb, es ist Zeit erste Bilanz zu ziehen.

Das Heizgerät ist vom Typ Dimplex LIKI 14 TE 11 KW, für Innenaufstellung. Nettopreis (nur für das Gerät, ohne Zubehör und Installation) – 11466,50€. Damit heizen wir, eine 4 köpfige Familie, 240m² Fläche, inkl. Kellerräume wegen Arbeitszimmer im Keller und fehlender Trennung zwischen Keller und EG.

Erfahrungen

Die Entscheidung für eine Luftwärmepumpe war erzwungen, wir haben keinen Gasanschluss, deshalb mussten wir zwischen Luftwärmepumpe oder Pelletsheizung wählen. Da die Pelletsheizung erheblich mehr Platz in Anspruch nimmt und die Preise noch weniger durchschaubar sind, hat die Pumpe ihren Platz in unserem Keller gefunden.

Die Eckaufstellung der Luftwärmepumpe ist recht sparsam, nur ca. 2m² werden gebraucht. Die Luft wird von einer Hausseite angesaugt und kommt auf der anderen raus. Hier soll man aufpassen, dass keine Terrasse oder Spielplatz auf der Ausblasseite sich befindet. Wegen Luftzug (spürbar auch in 6 Meter Entfernung) und Lufttemperatur (gekühlt).

Bis jetzt sind wir mit der Funktionalität der Pumpe zufrieden – Warmwasser ist wie eingestellt 45° warm und die Innentemperatur ist konstant bei ca. 22°.  Die Pumpe ist im Erdgeschoss nicht zu hören.

Verbrauch der Luftwärmepumpe

Stromverbrauch der Luftwärmepumpe bleibt die spannende Frage. Die Statistiken der letzten 5 Monaten liegen vor: der Verbrauch, Tiefsttemperatur und Höchsttemperatur (danke an wetteronline.de).

Die Luftwärmepumpe ist so eingestellt, dass das Warmwasseraufbereitung (400 Liter Warmwasserspeicher) nur nachts stattfindet (22:00-05:00), zum Nebentarifpreisen (ca. 6% billiger). Die Heizung läuft in Abhängigkeit von Rücklauftemperatur in Bodenheizung ohne Sperrzeiten.

Lüftwaermepumpe Verbrauch

Luftwaermepumpe Verbrauch

Die Verteilung des Verbrauchs der Pumpe entspricht meinen Erwartungen – im Juli habe ich den Keller dazugenommen (zum Trocknen) und im August die Leistung gesenkt (weil die Feuchtigkeitswerte nach unten gegangen sind). Im Oktober ist die Temperatur draußen deutlich gesunken, gegenüber von Juni-Juli um 10°. Diese Änderung widerspiegelt sich im doppelten Stromverbrauch der Pumpe.

Tiefsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Tiefsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Höchsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Höchsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Die Recherchen im Internet ergaben, dass die 5 Monate, Juni-Oktober, ungefähr 13% des Jahresverbrauches haben. Beim Hochrechnen komme ich auf ca. 9500KWh/Jahr. Das bedeutet mit dem momentanen Luftwärmepumpen-Tarif von infra Fürth, unser lokaler Stromlieferant, ca. 1620€/Jahr.

infra Fürth Lüftwärmepumpe Tarif 2011, Nebenzeit und Hauptzeit

infra Fürth Luftwärmepumpe Tarif 2011, Nebenzeit und Hauptzeit

Übrigens, bei den Strommengen sollte man auf jeden Fall aktuelle Tarife prüfen, man kann schnell mehrere Hunderte Euro im Jahr sparen.

Offene Fragen

Wenn die Änderung von -10° eine Verdoppelung des Verbrauchs bedeutet und Nachtstrom nur 6% billiger ist, macht es immer noch Sinn die Sperre für Warmwasseraufbereitung einzuschalten? Die Tagestemperaturen sind immer, je nach Jahreszeit, 5-10° höher. Heißt es nicht, dass ich mit teurerem Strom um 14:00 viel mehr Wärme schaffe als mit billigerem um 23:00? Die Einstellung hat ein Vertreter von Dimplex gemacht, jetzt habe ich aber die Sperre ausgeschaltet. Schauen wir was effektiver ist.

Mai
23

Es sind 3,5 Wochen seit dem Verlegen des Estrichs vergangen. Und 5 Tage bis zum Umzug – die Zeit für Bodenbeläge ist gekommen. Damit auch die spannende Frage „ist die Restfeuchtigkeit im Estrich akzeptabel“ (ich vermute schon skeptische Blicke einiger Leser).

3 Wochen ruhte der Estrich bei ca. 18-24° Außentemperatur, mit dem Wetter hatten wir Glück gehabt – meist trocken und sonnig. Alle Fenster standen alle 3 Wochen Tag und Nacht gekippt.
Die vor 4 Tagen installierte Luftwärmepumpe gibt ihr Bestes und läuft momentan mit 42° Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung. Leider konnten wir das „Estrich trocknen“ Programm der Luftwärmepumpe wegen Zeitmangel nicht nutzen. Deshalb startete ich manuell mit 22° Rücklauftemperatur und erhöhte 3 Tage lang, in 2° Schritten, bis 31° (entspricht bei uns 42° Vorlauf).

Die „non-wissenschaftliche“ Methoden zum Ermitteln der Estrichrestfeuchtigkeit die ich ausprobiert habe:

  • das Ankleben einer Folie an Estrich. Die Ergebnisse vor dem Heizen des Estrichs – 2 Tage später kein Schwitzwasser unter der Folie. 2 Tage nach dem Heizen – ein paar Tropfen Schwitzwasser sind da.
  • das Elektrogerät (gekauft in Conrad, für 60€) sagt 0,9 % in OG und EG. Natürlich an der Oberfläche gerechnet. Im Keller ist der Wert – 1,1% (was im Vergleich zu Obergeschoßen plausibel erscheint). Die Werte sind OK, aber Fachleute in Foren warnen vor dieser Methode (sehr ungenau) und raten zu einer CM-Messung. Da der Fliesenleger ich selbst bin, und sowieso keine Wahl habe – die Böden müssen rein, werde ich mir die CM-Messung sparen und hoffen, dass weder Laminat- noch Fliesenbeläge zum Schaden kommen.

Der Plan jetzt: noch 2 Tage mit 42-45° vorheizen, danach in 2 Tage die Vorlauftemperatur auf 25° wieder senken. Und am Vorletzten Tag vor dem Umzug die Böden im EG und OG belegen. Den Keller lasse ich erstmal weiter trocknen. Besonders angesichts einer Panne während des Dichtheitsprüfung ( da war einiges an Wasser in die Bodenplatte und Dämmung reingelaufen) empfiehlt sich auf jeden Fall eine CM-Messung zur Überprüfung der Restfeuchtigkeit.

Apr
14

Wir gehen bis jetzt strikt nach dem Zeitplan. Die letzten zwei Wochen waren ziemlich turbulent. Elektroinstallation, Fenster, Vorwände bauen, Betonschlagen, Betonieren, Fensterinstallation, Trockenbau, Innenputz – wenn man gleich 3 Handwerkerfirmen auf der Baustelle hat, muss man viele kleinere Dinge erledigen um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Alles abends, ohne Urlaub zu nehmen. Einer braucht dringend eine Worwand, der Andere – ein Fundament, der Dritte beschwert sich über die Ersten zwei. Aber mit dem Ergebnis dieser Wochen bin ich zufrieden.

Fenster

Wir haben Fenster im Keller und OG, die EG Fenster werden morgen montiert. Zwei von unseren Fenstern bereiten Kopfschmerzen unserem Installateur – die Scheiben sind ca. 4m² groß und wiegen 160 kg (3-fache Verglasung). Aber die Rahmen sind installiert, so dass Verputzen möglich ist.

Trockenbau

Die am meisten für unseren Stucker relevanten Vorwände habe ich vor dem Verputzen gebaut. Mit den Metallprofilen und imprägnierten Gipskartonplatten von Knauf.

Vorwand aus Metallprofilen und Gipskartonplatten

Vorwand aus Metallprofilen und Gipskartonplatten

Betonarbeiten

Wer meint “kaputt machen ist einfacher als herstellen”, der hat nicht so viel mit Beton gearbeitet. Das Rausschlagen des falsch einbetonierten Luftkanals, hat mir richtig viel Kraft und Nerven gekostet. Nachhinein ist mir klar geworden – eine dafür geeignete Maschine zu mieten, wäre richtig.

Die Bilder zu der “destruktiven” Betonarbeit (Vorgeschichte – hier “zubetonierter Kanal für Dunstabzug“). Ich hoffe, dass Statik wird es vertragen können…

Betonschneiden - Rausholen vom einbetonierten Luftkanal

Betonschneiden - Rausholen vom einbetonierten Luftkanal

Viel leichter und schneller ging es mit dem Fundament für die Luftwärmepumpe – eingeschalt, Korkdämmung verlegt (damit der Kontakt zu der Bodenplatte und der Kellerwand verringert wird, wegen Schall) und mit 0,15 m³ Fertigbeton befüllt.

Betonfundament mit Korkdämmung für die Luftwärmepumpe

Betonfundament mit Korkdämmung für die Luftwärmepumpe

Innenputz

Die Vorbereitungen für den Innenputz waren das Abmauern der Fussbodenheizungverteilerkästen und das Anbringen der Heraklithplatten (Mehrschichtplatte) an den Kamin. Das Verkleben von der Heraklithplatte war ein Alptraum, zumindest mit dem Kleber den ich im Baustoffhandel bekommen habe (20€ gekostet). Nach dem Auftragen von Kleber waren die Platten nicht mehr gerade und mussten vollflächig an die Wand gepresst werden. Schauen wir, ob es auch den Putz trägt.

Ausgleichen mit Heraklithplatten

Ausgleichen mit Heraklithplatten

Wand - unverputzt und verputzt

Wand - unverputzt und verputzt

Ummauern des Fussbodenheizungsverteilers fürs Verputzen

Abmauern des Fussbodenheizungsverteilers fürs Verputzen

Vorbereitung der Fenster fürs Verputzen

Vorbereitung der Fenster fürs Verputzen

Dez
11

Eine unangenehme Überraschung haben wir vor 2 Wochen erlebt – keine Gasanschluss Möglichkeit auf dem Grundstück. Mit dem Gasanschluss ist es richtig lustig gelaufen – der Grundstücksverkäufer behauptete der Gasanschluss wäre 10 vom Grundstück entfernt und keiner (weder wir noch der Generalübernehmer) haben das beim Planen geprüft.

Alternative Heizungsarten die jetzt zum Auswahl kämen sind Luftwärmepumpe und Pelletsheizung.

1. Luftwärmepumpe

Für eine Luftwärmepumpe sprechen einfachere Installation und keine Notwendigkeit in einem Pelletslager-Raum. Es ist auch möglich eine Luftwärmepumpe zum Kühlen im Sommer verwenden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man mit einer Luftwärmepumpe gegenüber anderen Heizungssystemen sparen. Geringere Wartungskosten (ca. 150€\Jahr) ist auch ein Pro-Argument.

Die Nachteile:

  • eine Luftwärmepumpe läuft effizient nur bis ca. 0°, danach heizt man zunehmend mit Strom. Ab -7° wird es richtig teuer. Eine Abhilfe wäre ein Holzofen als eine Alternative für die kälteren Tage. Das kostet aber wieder Geld und benötigt Platz für Holz Vorrat. Für eine Solewärmepumpe, die viel effizienter wäre, ist das Grundstück zu klein, die Erdkollektoren brauchen ca. 300m², unbepflanzt.
  • Bei -25° schaltet das Gerät automatisch ab. Die Statistik sagt, dass in den letzten 20 Jahren gab es nur 10 Tage wo es -20° war. Aber im Jahr 2010, im Fernsehen, hörte man auch oft  “ich habe so ein Winter noch nicht erlebt”.
  • Geräuschbelästigung, bis 52 dB.  Uns wurde eine Luftwärmepumpe zur Innenaufstellung angeboten, ich kann nicht abschätzen ob wir das Gerät im Keller im Erdgeschoß hören werden.
  • Gewisses Risiko bringt natürlich auch die Dämmung des Hauses. Die Luftwärmepumpe ist eher für sehr gut gedämmten Neubau geplant. Ich denke auch an den leider nicht geplanten Blower-Door-Test. Diesen müssen wir auf jeden Fall machen.

2. Pelletsheizung.

Die Heizung hat in meinen Augen nur einen Vorteil – Effizienz und Betrieb unabhängig vom Wetter.

Nachteile: wir müssen einen Raum im Keller für das Pelletslager umplanen und, auch wichtig, Pellets werden immer teuerer. Deshalb habe ich die Option gar nicht weiter untersucht.

Die beiden Heizungsarten sind mir irgendwie fremd… Beruhigende Wörter der Vertreter sind nicht mit persönlichen Erfahrungen gesichert. Leider kenne ich keinen der eine Luftwärmepumpe oder Pelletsheizung hat. Eine Entscheidung müssen wir aber schnell treffen.

Auch die Ölheizung kann man in Betracht ziehen, aber da sieht die Entwicklung der Heizölpreise nicht besonders berauschend.

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