Das ist soweit, ab Samstag vorletzter Woche wohnen wir in unserem Haus! Der Umzug mit 7 Helfern hat nur 5 Stunden gedauert und ist ohne große Schäden gelaufen
Trotz allen offenen Punkten die noch zu erledigen sind (das Haus ist eher als eine Baustelle zu bezeichnen) bin ich froh und irgendwo auch stolz, dass in 12 Wochen alle für den Umzug notwendige Gewerke (Heizung, Elektro, Putz, Estrich, Trockenbau, Malerarbeiten etc.) abgeschlossen werden konnten. Ich kann nun über sehr gute Erfahrungen mit Handwerker berichten (im Vergleich zu den früheren: Erfahrungen).
Ein besonderer Dank an unsere Handwerker und Firmen:
- Heizungsbau H. Rupprecht! Ohne Fenster gestartet und alles termingerecht gemacht, inkl. Inbetriebnahme der Luftwärmepumpe.
- Herr Ittner und Fensterbaufirma Achenbach – Die Fenster waren Taggenau nach Plan geliefert und installiert.
- Bauer Treppenbau aus Cadolzburg – die Treppeninstallation war 2 Wochen früher (ein Tag vor dem Umzug) gemacht. Ohne Treppen wäre Umzug nicht möglich.
- CM Bauelemente GmbH aus Nürnberg für die schöne Haustüre, und, wieder, termintreue Lieferung.
Es ist noch eine Menge zu tun – von Dach- und Bodenausbau Abschließen bis Außenanlagen. Aber wir können uns jetzt sogar eine Verschnaufpause leisten und mal am Abend grillen
Die Wohnung ist an die neuen Eigentümer übergeben worden, 5 Monate später als ursprünglich geplant. Noch mal danke an die netten Leute für die 5-monatige Miete!
Schmidt Wohnbau GmbH aus Heilsbronn
Zu der Schmidt Wohnbau GmbH aus Heilsbronn gibt es nicht viel zu berichten – wir warten auf einen Gerichtstermin und hoffen, dass die GmbH bis dahin am Leben bleibt… Außerdem haben wir ein Schreiben von der Anwältin der Schmidt Wohnbau GmbH bzgl. eines Blogartikels bekommen. Mit unberechtigten Forderungen und nicht nachvollziehbaren Behauptungen. Na ja… Schauen wir.
Wir haben mittlerweile die Schmidt Wohnbau GmbH aus Heilsbronn verklagt…
Noch eine Überraschung, wie es beim Bauen wohl üblich ist, eine unangenehme.
Wir haben eine Rechnung vom unseren Generalübernehmer bekommen die, dem Zahlungsplan entgegen, eine Zahlungsaufforderung für ein Gewerk im Voraus darstellt. In dem Fall bevor die Fenstermontage fertig gestellt war, sollen wir diese bezahlen. Die Begründung ist “nachdem die Fenster bereits im Voraus bezahlt werden müssen, darf ich Ihnen anbei die Fensterrechnung übersenden”.
Wir werden die Rechnung nicht bezahlen und beantworteten diese mit dem folgenden Text: “Wir haben vorgestern, am 09.12.2010, Ihre Rechnung vom 08.12.2010 mit Verwunderung erhalten. Die uns in Rechnung gestellte und für die Fenstermontage vorgesehene Rate G wird in Übereinstimmung mit dem Ihnen erteilten Bauauftrag erst nach dem Einbau der Fenster fällig, vgl. § 6 des Bauauftrages. Im Hinblick auf den aktuellen Stand der Bauarbeiten traten wir bereits in Vorleistung. Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass wir die weiteren Zahlungen von der Erfüllung Ihrer vertraglichen Pflichten abhängig machen werden.”
Noch mal kann ich empfehlen (wie schon hier: Zahlungsplan) größte Acht dem Zahlungsplan schenken. Ein realistischer Zahlungsplan sollte:
- so viel Gewerke wie möglich widerspiegeln (nicht so wie bei uns, die Garage zum Beispiel ist gar nicht drin, wann und mit welchen Gewerken wird sie denn gemacht und abgerechnet?)
- Preise der einzelnen Gewerken realitätsnah festlegen. So ungefähr sind die realistische anteilige Preise: Zahlungsplan – Gewerkeanteile (Danke an Baufuchs von bauexpertenforum.de)
- klare Abnahme Kriterien bestimmen
Eigentlich sollten wir laut dem Zeitplan schon beim Innenputz und Trockenbau sein, sind aber immer noch bei der mühsamen Phase des Angebotsholens, von Elektriker, von Fensterbauer, von Heizungs,- und Sanitärfirmen.
Erstaunlich wie unzuverlässig das funktioniert – eine Woche wird zu 2 Monaten. Ein „ja“ zu „kein Interesse mehr wegen bla-bla“…
Ein spezielle Aspekt dabei steckt in dem Dreieck „Bauherr – Generalübernehmer – Handwerker“.
Zum Einen, wollen 75% aller Firmen nur mit „privaten“ Auftraggebern arbeiten. Warum? Ich nehme an, weil es nah zu risikofrei bzgl. Gewährleistung ist. In der Regel keine Kontrolle (wegen fehlenden Kenntnissen) und keine Erfahrung mit Beanstandungen von Mängeln machen die Privataufträge für Handwerker schmackhaft. Deshalb, die Frage eines Handwerkers „Bauen Sie selbst oder mit GÜ\GU\Architekt?“ hört sich ein wenig nach „Sind Sie ein Trottel?“ Wenn nicht – kein Interesse.
Zum Zweiten, keine Transparenz für Bauherr. Man wird zum Gespräch mit Handwerker bestellt, geht 2 Stunden lang mit einem Vertreter durch Baustelle und erfährt eine Woche später dass es doch mit der Firma nicht klappt. Warum? Das bleibt meistens unklar. Die Transparenz braucht man, besonders wenn’s beim Bau zum Steckbleiben kommt. Wer aber in „Bauwelt“ nach Transparenz fragt, wird im besten Fall nur schlaues Lächeln sehen.
Ich bekomme ständig ein Gefühl (vor allem bei Sanitärfirmen): da funktioniert das altes „Nachfrage-Angebot“ System gar nicht. Vielleicht wegen regionaler Spezifik? „Mein Kunde läuft zu meinem Konkurrenten, aber ein Kunde von meinem Konkurrenten läuft zu mir“.
Und zum aktuellen Stand der Dinge beim Bau:
- Heute mit einer neuen Heizungs,- und Sanitärfirma auf der Baustelle gewesen und warten jetzt auf das Angebot (für Heizung, Sanitär und kontrollierte Belüftung)
- Wir warten seit 3 Wochen nach dem Angebot von Elektriker (wenn man ihn fragt es ist immer “schon unterwegs”)
- Diese Woche (nach knapp 2 Monaten) ist das Angebot für Fenster und Haustüren angekommen. Der Vertreter hat damals alles “ganz schnell” versprochen…
Jetzt muss es raus – ein ernüchternde Zwischenbilanz unserer “Zusammenarbeit” mit der Schmidt Wohnbau GmbH. So, die Probleme die man für das eigene Geld kaufen kann:
- Seit fast einem Monat so gut wie keine Bauaktivitäten an der Baustelle. Verzögerung (gegenüber von dem schon einmal geschobenen Bauzeitplan):
- Fenster Installation – 10 Tage nach dem Fertigstellungstermin nicht mal angefangen
- Heizung, Sanitär, Elektro – 3 Tage nach dem Fertigstellungstermin nicht mal angefangen
- Die Liste der Mängel die vor 2 Monaten überreicht wurde bleibt unbeantwortet, trotz einer schriftlichen Aufforderung eine offizielle Stellungsnahme dazu zu nehmen. Die Mängel (z.B. der zubetoniere Anschluss für Dunstabzug) sind nicht behoben.
- Probleme mit dem Aussuchen von Subunternehmer: diese hatten wir beim Rohbau, jetzt haben wir sie bei der Heizung und Sanitär.
- Gewerke die voneinander unabhängig sind (man sollte z.B. die Betongarage und die Außentreppe noch bis Winter schaffen) werden nicht gemacht. Warum?
- Die aufwendig ausgemachten Termine werden eine Stunde davor per Mail(!!! nicht mit einem Anruf) abgesagt.
Langsam geht das Ganze auf die Nerven. “Es wird nicht aufzuhalten sein” – die Aussage habe ich mehrmals von dem Generalübernehmer gehört. Und das stimmt – das Warten hat irgendwie kein Ende.
Am Freitag wurde der Dachstuhl aufgesetzt. Das Aufbau der Konstruktion, Firstpfette, Fußpfetten, Sparren und Kehlbalken, hat nur 3 Stunden gedauert. Von Dachpappe keine Spur! Das entspricht dem Stand der Technik nicht… Eine Imprägnierung „gegen tierischen und pflanzlichen Befall“ (wie im Baubeschreibung steht) habe ich auch nicht bemerkt. Fehlt sie? Ich hoffe, dass ich beim Sachverständigen nächste Woche einen Termin bekomme und den Dachstuhl überprüfen lassen kann. Schon mit dem Rohbau konnte ich leider verstehen, was gut aussieht kann bautechnisch ganz falsch sein. Die Berichte des Sachverständigen werde ich später anhängen, zusammen mit den unternommenen Nachbesserungen.
Als Dachsteine müssen die “Frankfurter Pfanne Star Seidenmatt Kupfer” verlegt werden. Beim Dachausbau kommt später die erste Eigenleistung – das Verkleiden der offenen Dachschräge mit Gipskartonplatten.
Genau soviel Zeit haben wir mit den Mitarbeitern der Fensterbauerfirma (“Kipf & Sohn”) gebraucht um alle 22 Fenster abzumessen und Anschlagsrichtungen zu bestimmen. Da die Fenster nicht weiß sein werden, dauert die Herstellung 6-7 Wochen. Auf Kunststoffrahmen muss Fensterfolie angebracht werden. Von Echtholzfenster haben uns sehr viele Leute abgeraten, Pflegeaufwand sei doch zu groß.
Wie erwartet (und mehrmals Herrn Schmidt, Schmidt Wohnbau GmbH darauf hingewiesen), mit dem “Fenster” Termin am 30.10.2010 im Bauzeitplan wird wohl nichts, wie auch mit allen anderen Terminen… Ich verstehe es nicht warum man mit der Bestellung so lange warten musste. Eine Verspätung um einen Monat bedeutet, dass die Fenster erst Ende November eingebaut werden können, mit Auswirkung auf alle anderen Gewerken. Rechtzeitig kommen nur die Rechnungen.

Himmeldecke

Sparren

Dachstuhl

Schlafzimmer

Fürth
Schon seit ein paar Wochen haben wir einen großen Fehler verstanden: der Zahlungsplan im unseren Bauvertrag entspricht nicht dem Baufortschritt. Es passiert schnell – man achtet beim Verhandeln auf kleinere Dinge wie Fenster und Türen und lässt den Zahlungsplan komplett außer Acht.
Solange alles gut läuft ist es nicht schlimm. Mit unserem Generalübernehmer habe ich bis jetzt keinen Grund große Angst von z.B. dessen Insolvenz zu haben. Unser Zahlungsplan ist nicht optimal, aber hält sich noch in Grenzen. Es gibt (laut Internet) viel drastischere Beispiele. Trotzdem bin ich irgendwie nicht glücklich wenn ich sehe, dass für 41% (>100.000€) der Hausbaukosten, wir nur einen Keller mit Betondecke haben. Noch nicht gedämmt.
Aber wenn’s ernst werden sollte:
- die Unternehmen haben meinst beschränkte Haftung (GmbH) und haften nur mit Gesellschaftsvermögen und das ist im 99% der Fällen viel zu wenig
- die Zusammenarbeit mit einem Bauunternehmen kann erheblich erschwert werden, durch die fehlende Ausgeglichenheit. Falls ein Unternehmen schon bei ersten Zahlungen die ganzen Gewinne verbucht, sinkt die Motivation
- Die Zahlungen sind nicht an Bauarbeiten gebunden, sondern an Ereignisse. Wie z.B. „Kellerdecke fertig“. H-m-m… Aber der Keller ist noch längst nicht fertig.
Also – passt auf bei Zahlungsplänen!
Es ist soweit, der letzte der “Vorbereitungsschritten” ist gemacht worden. Heute unterschrieben wir den Vertrag für das Bau unseres Hauses mit der Firma „Schmidt Wohnbau“ aus Heilsbronn.
In insgesamt ca. 4 Sitzungen konnten wir uns, auf Basis der Baubeschreibung und vorläufigen Plänen, in allen Hauptpunkten eine Einigung erzielen. Was bei dem Grundstück für uns wichtig war:
- die Firma übernimmt alle Risiken was die schmale und steile Anfahrt angeht.
- da für das Grundstück keinen Bebauungsplan vorliegt, haben wir uns im Vertrag ein Rücktrittrecht eingeräumt, für den theoretischen Fall, dass wir keine Baugenehmigung bekommen.
Das Wichtigste – das Haus muss am 31.12.2010 Bezugsfertig sein.
Nun liegt der Ball bei der Schmidt Wohnbau!
Hier ein paar Eckdaten zu dem Bauvorhaben:
- 2 Vollgeschoße, 12.5 x 8.5 Meter, Dach 22°, ohne Spitzboden im Dach
- es wird aus Poroton T10 gebaut
- vollunterkellert, lichte Kellerhöhe 2,51 m
- Fußbodenheizung in EG und OG
- Arbeitszimmer im Keller bekommt einen separaten Hauseingang und ein Fenster
- Doppelgarage
- Außentreppe zum Haus
- Vorbereitung für Sauna im Keller